• 06
  • Nov

Zur Zeit sind an die 400 Hunderassen bekannt, mehr als 330 sind von der FCI anerkannt. Die FCI st der Internationale Dachverband der Hundezuchtverbände. Die Abkürzung bedeutet ausgeschrieben „Fédération Cynologique Internationale”. Das sind natürlich geradezu erschlagende Zahlen, wenn jemand als Hundeneuling darüber nachdenkt, welche Rasse nun am passendsten ist. Es gibt aber unter diesen vielen Rassen ganze Gruppen, die einem Anfänger in keinem Fall empfohlen werden können. Hier sind zum Beispiel die so genannten Herdenschutzhunde zu nennen, die eine absolut selbständige Mentalität mitbringen und oft zu rabiatem Verteidigen ihres Besitzes bereit sind. Hunde dieser Rassen sind schwer zu erziehen und zu führen, weil sie durch ihre Rassegeschichte an Verhältnisse angepasst sind, die es bei uns nicht gibt. Sie passen am besten dahin, wo sie herstammen. Auch die Windhundrassen sind ganz sicher keine Allerweltshunde und erfordern ganz spezielles Interesse des Besitzers. Ebenso kann man von den ausgesprochenen Gebrauchsrassen abraten, seien es nun Jagdgebrauchshunde, Hütehunde oder Schlittenhunde, weil das Ausmaß an Beschäftigung und Bewegung, das diese Tiere im allgemeinen verlangen, die Möglichkeiten eines normalen Haushalts weit überfordern kann. Hunde dieser Rassen sind manchmal geradezu hyperaktiv und können daher zu einer echten Belastung in der Privathaltung werden. Von einigen Gebrauchsrassen gibt es inzwischen Zuchtlinien, die etwas ruhiger sind, aber vor Rückschlägen ist man da keinesfalls sicher. Da ist die Auswahl dann schon ein bisschen übersichtlicher und bis zu diesem Punkt kann man schon eine Auswahl anhand der Rassezugehörigkeit treffen. Das gilt natürlich auch in Bezug auf die Größe des Hundes, denn da gibt es recht verlässliche Erwartungen an das Endmaß des erwachsenen Hundes. Was fast alle Rassebeschreibungen enthalten, sind Angaben zur Wesensart und zur Erziehbarkeit der Hunde, zu der Mentalität also, mit der man sich auseinander setzen muss. Und hier wird die Sache etwas schwieriger: jeder, der sich einen Hund nach der Beschreibung der Rasse aussucht, muss sich darüber klar sein, dass die Rassebeschreibungen entweder das Ideal des Zuchtziels beschreiben oder Eigenschaften, die bei Tieren dieser Rasse besonders häufig anzutreffen sind, jedoch keineswegs bei jedem Tier. Selbst wenn man beide Elterntiere aus eigenem Erleben kennt, ist das keine Garantie dafür, dass die Welpen später genauso werden. Daher sollte ein zukünftiger Hundebesitzer bereit sein, sich auf die Wesensart seines Tieres individuell einzustellen, selbst dann, wenn es dem Idealbild vielleicht doch nicht in jedem Punkt entspricht. Und ist das nicht auch der wahre Reiz des Umgangs mit Tieren und ein Kennzeichen des wirklichen Tierfreundes?

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