- 13
- Apr
Wer kennt ihn nicht Knopfaugen, knallorange Wangenflecken und die Haube keck nach vorne.
Die quirligen Nymphies wie sie von Liebhabern genannt werden,erobern mittlerweile immer öfter die Wohnungen der Menschen, aber bevor man sich solche Tiere anschafft sollte man sich auf jeden Fall ein gewisses Maß an Grundwissen aneignen um Fehler zu vermeiden.
„Der Nymphensittich ist in der Haltung absolut unkompliziert, man kann ihn auch alleine oder mit Wellensittichen zusammen halten“
Dieser Spruch sollte Alarmglocken klingeln lassen! Denn dazu ist der Nymphensittich überhaupt nicht geeignet.
Wer sich guten Glaubens auf solche Aussagen verlässt, und nicht anderweitige Informationen im Internet sucht ( z.B. Nymphensittich-wegweiser.net) sucht, der könnte alsbald schwerwiegende Probleme mit seinem Stubenvogel bekommen.
Der Nymphensittich (Nymphicus Hollandicus), der ja aus Australien kommt, wurde mittlerweile auf der ganzen Welt domestiziert.
In seiner Australischen Heimat findet man ihn selten an einem Fleck, denn es sind Nomaden,die in großen Schwärmen, auf der Suche nach Futter
umherstreifen.
Der Schwarm bietet ihnen Schutz vor Feinden.
Dieses Schwarmverhalten haben auch unsere Nymphensittiche. Hält man mehr als einen Vogel wird das sehr deutlich.
Die Vögel fressen, schlafen und spielen zusammen zanken sich auch schonmal um den besten Schlafplatz.
Alles das kann ein einzelner Nymphensittich nicht ausleben.
Nymphensittiche sind sehr sozial und suchen normalerweise die Nähe zum Partner.
Ein richtiges Pärchen lässt sich nicht aus den Augen und durch Rufen wird der Kontakt beim Freiflug schnell wieder hergestellt, wenn man sich mal aus den Augen verliert..
Ist kein anderer Nymphensittich da wird der Mensch das Mittel zum Zweck.
Der Nymphie legt dabei oftmals Stück für Stück sein Vogel typisches Verhalten ab, er wird zutraulicher und fängt an den Menschen als Partner
anzusehen.
Da sich Nymphies wenn sie sich gut verstehen untereinander kraulen dürfen, nimmt der Vogel auch diesen Liebesbeweis an.
Wenn Männchen anfangen Ihren Menschen zu begatten, also den Tretakt auf ihm zu vollziehen,
dann hat der Vogel den Menschen als Partner akzeptiert.
Bei Weibchen kann man beobachten das sie anfangen sich ganz flach zu machen und den Schwanz in die Höhe recken.
Hierbei fangen sie auch an zu piepsen. In solchen Fällen sollte man vermeiden über den Rücken zu streicheln. das würde dem Tretakt des Männchens
gleichkommen und könnte bei der Henne dazu führen, das sie andauernd Eier legt.
Beides ist schon eine Fehlprägung auf den Menschen und es kann bei einer Verpaarung mit anderen Nymphensittichen zu Problemen kommen.
Das Problem ist das der Grad zwischen Zahm und Fehlgeprägt so schmal ist das man diesen Pfad nicht rausfindet und in den überwiegenden Fällen
kommt es zu Problemen bei der weiteren Haltung.
Da wären wir beim Schreien .
Ein auf den Menschen geprägter Nymphensittich wird diesem hinterher rufen, sollte er sich aus dem Raum entfernen.
Diese Kontaktrufe sollen dem Schwarmitglied, in dem Fall dem Menschen, den Weg wieder zurück zu seinem Partner finden lassen.
Nymphensittiche können bei sowas ziemlich Hartnäckig sein und das hat ihnen bei vielen Leuten den Ruf als Schreier eingehandelt.
Ist ein Nymphensittich erst einmal Fehlgeprägt,wird es zwar schwierig ihn zu Vergesellschaften, aber es ist nicht unmöglich.
Wichtig bei einer Vergesellschaftung ist, das der Mensch sich Schritt für Schritt aus dem Leben des Tieres zurückzieht,
um ihn die Chance zu geben ein neues Leben als neuer Vogel zu beginnen.
Der Vogel wird es danken und seine Zutraulichkeit in jedem Fall behalten, denn schlechte Erfahrungen durch den Menschen
hat er nicht gemacht und der neue Vogelpartner bekommt die Chance sich Schritt für Schritt an den Menschen zu gewöhnen.
Man sollte sich immer vor Augen führen das ein Mensch kein Partnerersatz für einen Nymphensittich ist.
Wer übrigens Angst davor hat das ein Nymphensittich-Pärchen nicht zahm wird der kann ja mal in einem
Nymphensittich-Forum nach Abgabevögeln suchen.
Im Tierheim oder von Privat hat man allerdings auch gute Chancen schon ein Zahmes Pärchen zu bekommen.